Ganz schön was los in Island. Nein, wir meinen jetzt nicht die Finanzkrise oder gar feurige Vulkanausbrüche, die das nördliche Land zurzeit heimsuchen. Denken wir lieber an den Europa-Park und den neuen Themenbereich aus dem letzten Jahr. Im parkeigenen Island gibt es zur Saison 2010 einige Neuerungen zu bestaunen. Schon das Anstehen für Blue Fire verläuft in ungewohnt neuen Bahnen. Am Ende des Launch erhebt sich nun die Gazprom-Halle, in der sich neu der Wartebereich für Blue Fire befindet. Neben der Halle wuchs ein Felsen über den hinteren Abschussbereich des Launch Coasters, der für einen zusätzlichen Headchopper Effekt beim Abschuss gut ist. Einen guten Überblick über die weiteren Neuheiten im Europa-Park 2010 gibt es übrigens in einem separaten Artikel in unserem Pressebereich.
Kommen wir zur diesjährigen Hauptattraktion im isländischen Themenbereich. Lange hat es gedauert, nun hat auch der Europa-Park eine Splash Battle Wasserattraktion in seinem Angebot. Entstanden ist dazu ein neuer Bereich zwischen Portugal und dem früheren Eingang zum Blue Fire Wartebereich. Der Themenbereich „Island“ ist mit der Gazprom Halle und der neuen Wasserattraktion um rund 40% gewachsen. Wo letztes Jahr noch ein begrünter Erdwall die Sicht auf den Erweiterungsteil verbarg, öffnet sich nun der Blick auf eine leuchtend blaue Wasserfläche. Kleine Fischerboote samt Kapitän und mit Wasserkanonen ausgerüstet schippern durch enge Kurven über das Wasser. Möwen hocken auf einer Boje und Robben auf Eisschollen bevölkern das Wasser. Hinter dem Gewässer erheben sich auf den schroffen Felsen ein großes Gebäude im isländischen Stil und linkerhand ein auffallend gelber Leuchtturm. Papageientaucher sitzen dicht gedrängt auf dem Felsen und spritzen die vorbeifahrenden Boote nass.
Wir gehen rechts am Wasser an einem hohen Kran vorbei zu einem großen Gebäude, welches zusammen mit weiteren kleineren Hütten einen isländischen Hafen bildet. Es ist der Bahnhof der neuen Attraktion. Bei Hochbetrieb ist Vorsicht angesagt: Die Wasserkanonen an Bord der Schiffe sind nicht nur zur Zierde da und können den unaufmerksamen Passanten ganz schön nass machen. Mit der richtigen Technik spritzt man mehrere Meter weit. Aber eine nasse Revanche ist auch für die an Land Gebliebenen möglich: Um die ganze Bootsfahrt herum verteilt sind mehrere Wasserkanonen aufgestellt, an denen man sich mit den Fischerbooten eine heftige Wasserschlacht liefern kann. Dabei ist ein ungemeiner Vorteil für die an Land Gebliebenen, dass sie bei einer Wasser-Attacke von einem der Boote die Kanone verlassen und in trockenere Gebiete flüchten können. Währenddessen sitzen die Passagiere in den Booten wie auf dem Präsentierteller.
Hinter dem Bahnhofsgebäude findet man sich vor einer Art Reisebüro für Wal-Beobachtungstouren wieder. „Whale Watching Tours every day“ steht über dem Eingang. Steil geht eine Treppe in den ersten Stock des Gebäudes hinein und man starrt erschrocken in das Auge eines 12 Meter langen Wals. Tilu, so heißt der Brummer, schwebt über dem Einstiegsbereich dieser Whale Watching Tours. Die Warteschlange führt uns durch die Galerie am Rand des Obergeschosses entlang, bis wir unten im Bahnhof in einem der Fischerboote Platznehmen können.
Schon geht es los und das Boot rauscht ins Wasser, um eine erste Kurve und unter dem Kran neben dem Hafengebäude hindurch. Abwechselnd gilt es nun für eine oder beide Seiten des Bootes: Aufgepasst! Die an Land Gebliebenen warten schon auf das nächste Boot. Teilweise ist die Situation etwas unfair, denn die Landratten erreichen bereits die Insassen des Bootes mit ihrem Wasserstrahl, während man selbst noch nicht den richtigen Winkel zum „Gegen-Splashen“ hat. Man passiert mehrere Ziele, die man unter Vorbehalt beschießen kann. Doch Vorsicht: Bei einem Treffer kommt meist ein Wasserstrahl von einer der Möwen oder anderer Einwohner des Island-Meeres zurück. Man wünscht sich hier gerne eine kräftige Wasserkanone mit entsprechendem „Splash“ inmitten der Landratten durch einen Treffer auf eines der Ziele auslösen zu können. Doch zwischenzeitlich heißt es Ausschau halten nach anderen Booten. Während der Fahrt durch die See kreuzen, bzw. treffen sich die Wege der Fischerboote mehrmals, wodurch eine Wasserschlacht in guter alter Piratenmanier möglich ist. Nach mehreren engen Kurven passieren wir den Papageientaucher-Felsen, wo Dutzende der possierlichen Tierchen sitzen und manch einer davon frech die vorbeifahrenden Touristen nass macht. Dahinter, für die meisten Zuschauer nicht einsehbar, erblicken wir endlich den Hauptdarsteller unserer Reise, und dies sogar in doppelter Ausführung. Zwei Wale gucken aus dem Wasser hervor und stoßen hohe Fontänen aus. Wenige Augenblicke später erreichen wir wieder die trockenen Gefilde des Bahnhofs. Mehr oder weniger nass verlassen wir die Reiseagentur für Walbeobachtungs-Touren und können uns direkt am Ausgang für so manchen Wasserschwall revanchieren: Hier stehen einige Wasserkanonen an Land, mit denen wir die Insassen der vorbeifahrenden Boote gehörig unter Wasser setzen können.
| Technische Daten: | |
|---|---|
| Hersteller: | Mack Rides GmbH & Co. KG Waldkirch, Deutschland |
| Eröffnung: | 27.03.2010 |
| Länge: | 160 Meter |
| Fahrzeit: | ca. 4,5 Minuten |
| Kapazität: | 835 P/h |
| Besonderes: | 10 Boote mit je 8 Kanonen |
Ja, es ist ganz schön was los in Island. Das Land der schroffen Felsen und bunten Häuser hat sich im Europa-Park deutlich vergrößert und mit Whale Adventures – Splash Tours eine wasserreiche Familienattraktion bekommen, die vor allem an warmen Tagen eine Menge Publikum anlocken wird. Wasserattraktionen sind seit jeher –neben den Achterbahnen- die beliebtesten Anziehungspunkte im gesamten Park mit den längsten Wartezeiten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Ableger des Bestsellers aus dem Hause Mack-Rides auch im Europa-Park zu finden sein würde. Die Splash Battle Wasserattraktionen, oder "Boat Blaster" wie es herstellerbedingt im Europa-Park heisst, finden sich seit den letzten Jahren in vielen verschiedenen Thematisierungen und unterschiedlichen Antriebskonzepten in vielen Parks in ganz Europa und der Welt. Egal ob große Park-Ketten, wie Six Flags oder Legoland oder auch kleinere Parks, wie das nicht allzu weit vom Europa-Park entfernte Fraispertuis City, haben eine Splash Battle Wasserattraktion in ihrem Angebot. Und die Reaktion und Akzeptanz unter den Parkgästen geben dem Konzept Recht. Eine interaktive Wasserattraktion, bei der die Mitfahrer und Nicht-Mitfahrer gleichermaßen ihren Spaß an dem Erlebnis haben.
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