Troy

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04/2008
Gesamtansicht

Die Holzstruktur von Troy

Der größte Krieg der Antike beendet mit einem hölzernen Pferd. Griechische Mythologie ist immer wieder ein beliebtes Thema um Freizeitparkattraktionen eine Geschichte zu geben, wobei es meist weniger um historische Genauigkeit geht. Das Toverland nahm sich den Trojanischen Krieg zum Vorbild um die mit Spannung erwartete Neuheit 2007 zu präsentieren. Eine Holzachterbahn im klassischen Twister Design windet sich seit dem 29. Juni hinter dem magischen Wald des Toverlandes durch die Wildnis. Die Bahn ist alles andere als ein Danaergeschenk an die Fans, auch wenn der Name dies vermuten lassen könnte. Folgen wir also der Geschichte zurück ins altertümliche Troja und wagen einen Ritt auf dem hölzernen Pferd.

Station

Blick auf die Station

Der Weg führt uns durch die eingerissenen Stadtmauern Trojas. Barrikaden und aufgeschüttete Erdhügel erinnern an die zehnjährige Belagerung der Stadt. Auf einem kleinen Platz an den Resten der einst so mächtigen Steinmauern ruht das trojanische Pferd in seiner eindrücklichen Größe. Wir folgen dem Weg vorbei an den Abzäunungen, über Brücken und zwischen den kleinen Hügeln hindurch. Hinter der Belagerungslinie erhebt sich dann endlich das hölzerne Skelett von Troy. Unter einem tiefen sonorem rauschen windet sich ein Zug durch das hölzerne Labyrinth und zieht dabei das kreischen seiner Insassen hinter sich her. Man muss kurz stehen bleiben um die Atmosphäre dieser hölzernen Schönheit auf sich wirken zu lassen.

Links an der Station vorbei führt der Weg weiter ins innere der Holzstruktur. Zwischen zwei 180° Turns der Bahn windet sich am Boden die Warteschlange Richtung Station weiter. Von hier kann man die vorbeieilenden Züge beobachten während es endlich die Treppe hinauf in den Bahnhofsbereich geht.

Wilde Fahrt

Mit Karacho durch`s Gebälk

In einem flotten Tempo schiebt sich der Zug den Lifthill nach oben. Die letzte Chance noch einmal tief Luft zu holen und eine kurze Aussicht auf die gleich folgende Irrfahrt zu erhaschen. Schon haben wir den höchsten Punkt erreicht. Ein letztes Klicken der metallenen Liftkette verabschiedet uns und wir sind der Schwerkraft ausgeliefert. Der Zug wirft sich sofort in eine steil nach unten folgende Linkskurve und nimmt rasant fahrt auf. Schnell sind die 90 km/h Höchstgeschwindigkeit erreicht als wir auch schon in Bodennähe über den ersten, extrem flach gezogenen, Speedbump fliegen. Wohlgemerkt immer noch in der stark geneigten Linkskurve. Jetzt erst folgt ein Richtungswechsel und Troy wirft sich nach rechts und erklimmt den ersten höheren Berg. Nach einer rasanten 180° Wende geht es auch schon wieder steil abwärts gefolgt vom nächsten Speedbump. Gleich darauf rasen wir abermals aufwärts und der Zug wirft sich in die nächste Linkskurve, wodurch die Insassen immer wieder in den bequemen Sitzen herumfliegen. Wir folgen einer 270° Wende und unterqueren den eben erst passierten Streckenabschnitt. Instinktiv reißen alle Mitfahrer die Arme herunter vor den schnell näherkommenden Holzverstrebungen. Nach zwei weiteren kleinen und mittelgroßen Hügeln, die uns einiges an Airtime bieten, wirft sich der Zug in eine weitere Rechtskurve und nimmt noch mal Anlauf für den Station Fly-Through. Mit vollem Tempo rauschen wir durch die Station hindurch, kaum zwei Meter über den Köpfen der wartenden Besucher. Nochmals abwärts und nochmals schneller ist nun das Motto. Troy geht völlig mit uns durch. Ein Richtungswechsel jagt den anderen. Mehrfach überkreuzen und unterqueren wieder andere Streckenteile. Völlig orientierungslos der Geschwindigkeit verfallen fliegt die Holzstruktur an uns vorbei. Dann endlich ein lautes Zischen und die Schlussbremse gebietet dem wilden Ritt Einhalt. Fassungslos starren sich einige Insassen an, die weiblichen versuchen panikartig ihre Frisur wieder halbwegs aus dem Gesicht zu bekommen und wieder andere schnappen nur noch nach Luft. Was für ein wahnsinns Ritt.

Troy
Troy
Troy
Troy
Technische Daten
Hersteller:Great Coasters International Inc.
Sunbury, USA
Eröffnung:29. Juni 2007
Höhe:35 Meter
Länge:1040 Meter
Topspeed:90 km/h
Fahrzeit:1:50 Minuten
Kapazität:850 P/h
Kosten:6.5 Mio. Euro
Trojanisches Pferd

Das trojanoische Pferd

Troy ist eine Perle für die europäische Achterbahnlandschaft und braucht sich selbst vor den Größen aus Übersee nicht zu verstecken. Eine für Woodencoaster unglaubliche Speedorgie gepaart mit wilden Richtungswechseln und unglaublichen Fahrfiguren wartet auf den Fahrgast. Dem Toverland ist mit dieser neuen Attraktion ein großer Wurf gelungen. Sowohl optisch als auch technisch ist Troy ausgereift und überzeugt auf der ganzen Linie. Die Fahrt kann als absolut Woody typisch bezeichnet werden und hat doch genug Überraschungen um sich von anderen Bahnen abzugrenzen. Trotz der wilden Fahrweise ist Troy bereits für Kinder ab 1.20m Körpergröße freigegeben.











Text: Lifthill.net - ob | Fotos: Lifthill.net