Seit April 2005 ist es nun also soweit. Space Mountain hat eine große Überarbeitung bekommen. Die Veränderungen waren sogar so groß, dass das Disneyland Paris von einer neuen Attraktion spricht. Im Anschluss an unserem Backstage - Bericht haben wir die wichtigsten Neuigkeiten um den "Berg der Berge" zusammengefasst.
"Welcome on board, Space Travellers" Die bei Disney-Fans wohlbekannte Ansage klingt mir als "Space Mountain Fan" natürlich sofort in den Ohren, sobald ich nur schon die Silhouette des bronze- und goldfarbenen Vulkans aus der Ferne erblicke.
Es ist Donnerstag, morgens acht Uhr. Ich sitze mit einer Gruppe zehn anderer freudig gespannter Teilnehmer in einem Bus Richtung Seiteneingang des Disneyland Parks. Zwei Stunden Backstage Führung in einer der beeindruckensten Disney Attraktionen stehen an: "Space Mountain: De la terre a la Lune".
Wie kommt man dazu, bei Disney einmal hinter die Kulissen schauen zu dürfen, fragen sich jetzt vielleicht Einige - Nun, die Euro Amusement Show macht es möglich. Es wurden während der Messe (die in etwa eine europäische Version der "IAAPA" in den USA ist) an bestimmten Terminen für eine begrenzte Teilnehmerzahl Backstageführungen durch unterschiedliche Attraktionen des Resorts angeboten. Neben der Führung durch "Space Mountain" konnte man auch eine Backstage Tour durch den "Rock´n Rollercoaster" oder die "Stunt Show Spectacular" buchen. Für mich als unverbesserlichen Space Mountain Fan war es natürlich die Erfüllung eines großen Traums, an dieser Backstage Tour teilzunehmen.
Wir wurden an einem Nebeneingang beim Discoveryland von Benoit, unserem Tour Guide und einem Techniker von Space Mountain, begrüßt. Nachdem jeder Teilnehmer unserer Tour mit einem Schutzhelm ausgerüstet wurde, ging es über eine Seitentreppe in den "Keller" des Gebäudes. Leider durften wir innerhalb des Gebäudes keine Fotos machen. Nun ja, etwa "Disney Magic" muss wohl geheim bleiben. Der erste Blick hinter die Kulissen meiner "Lieblingsachterbahn" brachte mich zunächst einmal zum Schmunzeln. Am Ende eines mit Neonlampen beleuchteten Gangs steht ein Kaffeeautomat und einige Castmember, die wohl Frühschicht hatten, sitzen an Tischen und bereiten sich auf ihre heutige Arbeit vor. Noch ein letzter Kaffee, bevor wieder unzählige Gäste auf eine Reise zum Mond geschickt werden.
Ein Zug auf dem Wartungsgleis
Reflektor-Folie und Schnelllade-Kontakte
Lautsprecher neben der Kopflehne
Nun geht es in die Werkstatt, wo sich die Züge befinden, wenn die Bahn außer Betrieb ist. Die Schienen befinden sich hier auf Augenhöhe. Wir können den Achterbahnzügen sozusagen "unter den Rock" schauen. Und was wir sehen, ist überraschend. Eine der Neuheiten von Space Mountain war, bzw. ist das Soundsystem. Während der Fahrt hört man synchron zum entsprechenden Streckenabschnitt die passende Musik, die eigens für diese Achterbahn komponiert wurde. Das Soundsystem, ein Computer ohne bewegliche Teile, ist bei jedem Zug im letzten Wagen eingebaut. Die Musik befindet sich dabei digital aufgezeichnet auf Memory Flashcards. Wir konnten einen Blick auf die elektrische Ladevorrichtung für die Batterien werfen. Die Batterien der Züge werden nicht nur, wie ich dachte, ein/zwei Mal am Tag aufgeladen, sondern dies geschieht bei jedem Aufenthalt im Bahnhof. 15 Sekunden Schnell-Ladezeit, während die nächsten Fahrgäste einsteigen.
Die zweite Überraschung: Die Synchronisation des Sound Systems. Man stelle sich vor: Im Zug erklingt über 6 verschiedene Lautsprecher pro Sitz immer die passende Musik, je nachdem, wo sich der Zug befindet. In der Kanone, wenn es mit dem Abschuss mal etwas länger dauert, sind es z.B. zwei Akkorde in dauernder Wiederholung. Beim Abschuss wird die Musik dramatisch und beim Anblick des Mondes im weiteren Verlauf der Fahrt schwelgt einem die Musik die Harmonien nur so um die Ohren. Nur, wie synchronisiert man so was? Ich habe mir immer die kompliziertesten Mechanismen dafür vorgestellt. Mit Funkübertragung und Infrarot-Sensoren usw. Nichts dergleichen!
Die wirkliche Steuerung ist so einfach wie genial: Das gesamte Musikstück ist der Reihe nach in verschieden lange, dem jeweiligen Streckenabschnitt zeitlich angepassten Teilen, so genannten "Cues" unterteilt. Wenn die Musik nun mit dem Zug zusammen gestartet wird, laufen die Cues einzeln ab. Eine Fotozelle im Zug erkennt einen auf der Strecke angebrachten Streifen Reflektor-Folie und schaltet zum nächsten Cue weiter. Wenn der Zug also irgendwo auf der Strecke in der Blockbremse zum stehen käme, würde das Teilstück der Musik einfach zu Ende laufen. Das nächste Teilstück wird erst gestartet, wenn die Fotozelle am Zug das nächste Reflektorstück erkennt. Das Teilstück in der Kanone hat eine Besonderheit: Es läuft nicht einfach ab, sondern ertönt so oft in einer Schleife, bis der Zug den nächsten Reflektor (beim Abschuss) passiert und das Soundsystem zum nächsten Cue weiterschaltet. Dadurch entsteht ein Effekt, der die Spannung steigen lässt. Wenn ihr das nächste Mal Space Mountain besucht, achtet im Bahnhof auf das Gleis, ob ihr den Streifen Reflektorfolie erkennt.
Plakat der Attraktion
Benoit führt uns weiter durch das unterirdische Gewirr von Gängen zunächst in einen Raum, der sehr an einen herkömmlichen Server-Raum erinnert. Zwei Reihen großer Schränke mit elektronischen Bauteilen nehmen fast den gesamten Raum ein. Hier befindet sich die Soundanlage der kompletten Attraktion. Sei es die Hintergrundmusik in der Warteschlange oder das "Booom" der Kanone, beides und noch viel mehr, wird von hier gesteuert und überwacht. Daneben sind in einem großen Schaltschrank tausende von Leitungen verkabelt. Die Signale der weit über tausend Sensoren, auf der gesamten Fahrtstrecke, landen hier und werden hier in Signale für das Computersystem umgewandelt.
Neben der Tür des "Server-Raums" hängen als Anschauungs-Material drei verschiedene Stücke Stahlseil. Ein ganz neues, ein etwas gebrauchtes und als drittes ein stark abgenutztes Seilstück. Es sind Anschauungsstücke des Seils, welches in der Seilwinde den Zug die Kanone hinaufschießt. Das beeindruckende ist, dass zwischen den beiden Zuständen "neu" und "abgenutzt" nur ca. ein halbes Jahr Betriebszeit liegt.
Unser Tour Guide öffnet eine unscheinbare Tür, die uns ins Herz von Space Mountain führt. Vollkommen in schwarz gehalten empfängt uns eine riesige Halle, in der die pechschwarzen Schienen in einem undurchschaubaren engen Gewirr ihre Bahnen ziehen. Drei Dinge sind mir sofort aufgefallen:
1. Der gesamte Innenraum von Space Mountain ist angenehm geheizt und mit pechschwarzem, gestepptem Polster- material schalldämmend ausgekleidet.
2. Die Farbe ist kein normales Schwarz, sondern eine Art "metallic" Schwarz, welches unvergleichliche Lichteffekte mit dem eingesetzten Schwarzlicht bildet.
3. Die Meteoriten, die sich im gesamten Innenraum befinden, sind nicht einfach weiß, sondern haben eine silbern-helle Farbe. Dadurch erzeugen sie ein Glühen.
In der Mitte des Raumes steht ein schwarzer Klotz, etwa so gross, wie eine Garage. Bennoit erklärte uns, dass es sich dabei um die Klimaanlage für den gesamten Innenraum handelt. Daher auch die angenehme Temperatur. Deutlich kann man anhand der gewaltigen Stützpfeiler den "Lifthill", also das Teilstück erkennen, was von außen die Kanone darstellt. An diesen Stützen kann man sich immer gut orientieren, wo man sich denn nun innerhalb der Bahn befindet. Es ging über verwinkelte Treppen hinauf in das Gewirr von Schienen, Stegen und Treppen zur Blockbremse vor dem "Mother of Meteorits - MOM". Während der Fahrt bohrt sich der Zug durch diesen großen Meteoriten hindurch. Die dazugehörigen Soundeffekte kommen aus Lautsprechern neben der Strecke.
Weiter ging es unzählige Stufen hinauf zum Mittelpunkt der Reise, dem Mond. Auf diesem Steigungsstück sind eine größere Anzahl Reibräder angebracht, die auch gleichzeitig als Blockabschnitt dienen und den Zug langsam, fast geräuschlos und ruckfrei auf den Mond zubewegen.
Bei Licht betrachtet fielen mir erst die vielen kleinen Details auf, die einem bei der Fahrt natürlich verborgen bleiben. Zum Beispiel ein Wegweiser zum Mond oder das Bild eines kleinen Astronauten, der den Mitreisenden zuwinkt. Was mir auch auffiel: Manche Schilder und Geländer um die Schiene herum werden von einigen Mitfahrern wohl gerne als Zielscheibe für Spuckübungen mit alten Kaugummis missbraucht. Gut, dass Kaugummis im Dunkeln nicht leuchten. In den Auffangnetzen unter den Schienen fielen mir neben Zigarettenschachteln und Papierschnipsel noch einige Mützen und Kappen auf. Verlorene Handys entdeckte ich auf die Schnelle nicht.
Plötzlich erschallte eine laute Durchsage durch das gesamte Gebäude. Die Attraktion wird in 15 Minuten eröffnet und alle Personen müssen das Gebäude verlassen. Noch schnell ein Blick in die Tiefe des Gebäudes geworfen und ein letztes Mal war ich fasziniert von den gewaltigen Ausmaßen der Attraktion. Zur Orientierung: Wenn man außen am Gebäude steht, geht der Innenraum noch gut 8-10 Meter weiter in den Boden hinein, bis man auf "Keller" Niveau angelangt ist. Von dort führen die letzten Schienenmeter der Bahn nochmals einige Meter tief in das Fundament hinein, um in einer langen Kurve am Schluss wieder hinauf in die Schlussbremse, dem "De-Velocitator" zu führen. Wenn ihr das nächste Mal die Bahn fahrt, achtet nach dem Mond kurz vor Schluss auf leuchtende Streifen, die über eure Köpfe dahinrasen. Die Streifen stellen den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre dar. An dieser Stelle seid ihr am tiefsten Punkt der gesamten Bahn tief in einem Graben im Fundament des Gebäudes.
Wieder zurück im neonbeleuchteten Gang, ging es nun in einen fensterlosen Raum, der gemäß unseres Tour Guides das eigentliche Herzstück, das verborgene Kontrollzentrum der Attraktion darstellt. Fensterlos, wie der Raum ist, wird dort niemals das Licht ausgeschaltet.
Von hier aus werden per Computer der Status der gesamten Attraktion kontrolliert. In Datenbanken sind sämtliche Unterhalts- und Reparaturmaßnahmen festgehalten. Selbst, wie oft welcher Zug gefahren ist, wird hier registriert. Servicepläne für die Strecke, Züge, Reibräder und Bremsen werden hier erstellt und auf Einhaltung überwacht, Schichtpläne für die Mitarbeiter erstellt und vieles mehr. Sämtliche nächtlichen Unterhaltsarbeiten werden von hier aus koordiniert. Bennoit erzählte uns nicht ohne Stolz, dass sie für das Auswechseln des Katapult-Seiles oft nicht mal ganze 24 Stunden brauchen. Die Bahn schließt abends mit Parkschluss, dann rücken Techniker an und arbeiten die ganze Nacht durch. Am nächsten Tag werden noch Testfahrten durchgeführt und wenn alle Lampen auf grün sind, wird die Attraktion wieder eröffnet.
Als vorletzte Station unserer Tour ging es unter die Kanone. Die Castmember von Space Mountain sprechen hierbei vom Katapult. Das Katapult ist ähnlich dem der Abschussvorrichtung auf Flugzeugträgern. Man kann es sich so Vorstellen: Innerhalb der Schiene in der Kanone führt ein zweites Schienenteil, sozusagen eine "Schiene in der Schiene" die Kanone hinauf. Innerhalb dieser Schiene läuft ein Schlitten an einem Seil. Der Schlitten hat am oberen Teil eine Nase, die durch die Schiene herausragt und unterhalb des Zuges ungefähr in der Mitte am vierten Wagen ansetzt. Diese "Nase" hat übrigens eine Sollbruchstelle. Falls also einmal, angenommen im schlimmsten Fall, bei einem Zug genau in der Kanone ein Rad abbrechen sollte oder der Zug sich durch etwas anderes Unvorhergesehenes verkantet, würde das Katapult den Zug nicht etwa von unten aufreißen, sondern das Verbindungsstück würde einfach abbrechen.
Beim Abschuss wird das Seil über eine große Trommel einer Seilwinde sehr schnell aufgewickelt. Die Seilwinde wird durch einen entsprechend starken Elektromotor angetrieben. Die Schaltschränke allein für den Motor füllen einen ganzen Raum aus. Wenn jemand das nächste Mal außen am Fuß der Columbiad Kanone steht, findet man den Motor dort zwischen der Nautilus und dem Fuß der Kanone.
Als Abschluss unserer Tour durften wir bei der Eröffnung der Attraktion mit dabei sein und den Castmembers über die Schulter schauen. Hier durften wir auch endlich wieder Fotos schießen. Ich interviewte kurz Gregory, ein weiterer Castmember, der an diesem Morgen am Bahnsteig arbeitete. Er erzählte mir, dass er Achterbahnen liebt. Er bewarb sich beim Disneyland mit der Bitte, bei einer der Achterbahnen arbeiten zu dürfen. Dieser Wunsch wurde ihm auch erfüllt und er ist nun bei Space Mountain und abwechselnd auch beim Rock n Roller Coaster in den benachbarten Walt Disney Studios tätig. Allgemein hatte ich bei allen Mitarbeitern von Space Mountain den Eindruck, dass jeder dort gerne und mit Spaß arbeitet. Der Umgang untereinander ist freundlich, offen und immer von einem Lächeln begleitet.
Als wir in den Kontrollraum über dem Bahnsteig hinein durften, fiel mir zunächst ein großer Schaltschrank an der Wand auf. Dieser Schaltschrank überwacht allein den Zustand sämtlicher Türen der Attraktion. Während des Betriebes ist es niemandem erlaubt, ins Innere der Bahn zu gehen. Durchaus verständlich, wenn man zuvor gesehen hat, wie nah die Schienen an manchen Stellen an den Wegen vorbeiführen. Bevor überhaupt ein Zug auf die Strecke geschickt wird, gehen zwei Mitarbeiter nochmals sämtliche Türen ab und kontrollieren, dass diese ordnungsgemäß geschlossen sind. Sollte auch nur ein grünes Licht nicht aufleuchten, darf die Bahn nicht in Betrieb gehen. Beeindruckend war dann natürlich noch der Blick auf das Haupt-Steuerpult der gesamten Bahn. Gut zu erkennen war auch der alte Schriftzug der Bahn mit dem Namen Discovery Mountain. Dies war der Projektname bis kurz vor Eröffnung.
Vom Central Plaza erklang die wohlbekannte Eröffnungsmusik. Das Disneyland Paris öffnete seine Tore. Für uns hieß es daher Abschied nehmen. Die zwei Stunden waren wie im Flug vergangen. Als kleines Schmankerl durfte, wer wollte, die erste Fahrt des Tages auf Space Mountain mitmachen. Und als Besonderheit gönnte man uns eine Fahrt mit kompletter Beleuchtung.
Was hat sich nun in der Umbau-Phase von Herbst 2004 bis April 2005 so alles bei Space Mountain im Disneyland Paris getan? Es kursierten viele Gerüchte und Geschichten, was sich alles ändern sollte. Und einiges hat sich auch geändert...
Zunächst fällt einem als regelmäßiger Space Mountain Besucher die Columbiad Canon, also die große Kanone am Gebäude auf: Die Gerüchte haben sich tatsächlich bewahrheitet: Wie neu funkelt das Geschoß im Sonnenschein. Auch die fulminanten Effekte sind wieder da: Mit einem lauten BOOOOM zischt eine voluminöse Dampfwolke aus der Mündung, die in guter alter Manier wieder mit einem Rückschlag nach hinten ruckt. In den letzten Jahren, vor der großen Renovation, war die Kanone - ohne Dampf und ohne Rückstoß - ihrer besten Effekte beraubt nicht mehr ganz so beeindruckend, wie in den ersten Tagen der Attraktion.
Eine weitere Neuigkeit ist in der Warteschlange zu finden: Das Security Video ist komplett neu. Neben den gesundheitlichen Voraussetzungen werden die Besucher nun auch darauf hingewiesen, wo Taschen und Rucksäcke zu verstauen sind (nämlich im Wagen unter dem Sitz).
Beim weiteren Weg in den Berg hinein fällt auf, dass neben einer neuen Abtrennung zum "Chicken Way" und einer leicht veränderten Wegführung, nun keine Einblicke mehr auf die Bahn, also "in den Weltraum" mehr möglich sind. Damit die neuen Licht-Effekte während der Fahrt besser wirken, wurde die komplette Warteschlange im Innern des Berges licht- und blickundurchlässig verschlossen. Sie ist aber kein schwarzer Tunnel, sondern bietet im "metallic look" den Blick auf viele Weltraum- und Sternenbildern, die an der Wand angebracht sind.
Das "metallische" im Design ist übrigens in weiten Teilen des Gebäudes geblieben, nur der Farbton hat sich kaum merklich von "Bronze" zu einem dunklen "Silber" verschoben und auch das Blau ist etwas dunkler geworden. Im "Sternenraum" sind nun Skizzen einer Flugparabel und einer Supernova zu finden. Auch wenn das Design hier noch im "viktorianischen Science Fiction" bleibt, so vermisst man doch den Flair der Geschichten von einem Mann: Jules Verne.
Im Bahnhof haben die Gatter am Bahnsteig seit einiger Zeit Tore bekommen. Passend im Metallic-Design fügen sie sich gut in die Optik ein. Auch die Züge haben eine optische Aufbesserung bekommen. Die Kopfstützen aus Leder wurden nun durch neue Sitze und Bügel aus Kunststoff ersetzt.
Für mich ein großer Verlust: Das "welcome on board, space travelers" gibt es leider nicht mehr. Tatsächlich ist der komplette geniale frühere Soundtrack durch modernere Musik ersetzt worden. Der neue Soundtrack mag gut zur Fahrt passen, hat spannungsgeladene Strecken und ist auch auf den Fahrtverlauf abgestimmt. Aber andererseits reicht das neue Musikstück bei weitem nicht mehr an die beeindruckend-voluminöse Orchestrierung des alten Steve Bramson Stücks heran.
Kaum aus dem Bahnhof heraus, bemerkt man die Dunkelheit in dem Tunnel, der zur Kanone führt. Das Souvenir-Foto wird weiterhin an der gleichen Stelle vor der Kanone geschossen. In der Kanone dann die zweite Überraschung: Der Zug wird nicht mehr bis fast zur Hälfte der Katapultstrecke hochgezogen, sondern verankert sich nun im unteren Bereich der Kanone mit der Abschussvorrichtung des Katapults. Es erscheinen bereits hier Lichteffekte und eine Stimme zählt rückwärts bis zum Abschuss. Zum Vergleich: Früher wusste man nie so wirklich, wann der Abschuss erfolgte. Nun ist die Beschleunigung vorhersehbar. Leider flacht diese sehr schnell ab, sodass der Zug mit deutlich verzögerter Geschwindigkeit über die Kuppe im Berg verschwindet. Doch dann geht es los: In der ersten lang gestreckten Kurve vor dem Sidewinder - Looping erspäht man links einen Kometen, der dem Zug während der Fahrt immer näher kommt. Nur das Hochschießen in den Looping scheint die Kollision abzuwenden. Es folgen weitere durchaus sehr gute Lichteffekte während der Fahrt. So scheint an einer Stelle der Zug durch ein nebeliges Sternenfeld zu fahren, was aber nur eine Illusion aus Licht ist. Das Rendez-vous mit dem Mond ist nun der Begegnung mit einer explodierenden Supernova gewichen. Auch hier eine gewaltige Projektion. Nun bekommt man eine Idee, warum die Warteschlange komplett licht geschützt verschlossen wurde. Die abschließende Fahrt zurück zur Erde (wenn es also durch das Fundament hindurch geht), hat einen interessanten Lichteffekt bekommen: Man fährt durch eine rote Spirale hindurch und hat den Eindruck, der Zug dreht sich dabei um seine eigene Achse. Aus den guten alten Jules Verne - Tagen ist ein Überbleibsel geblieben: Der Electro-De-Velocitator bremst auch heute noch tapfer die Züge auf Schrittgeschwindigkeit ab.
| Technische Daten | |
|---|---|
| Hersteller: | Vekoma Rides Manufacturing Vlodrop, Niederlande |
| Eröffnung: Space Mountain | 01.06.1995 |
| Eröffnung: Mission 2: | 09.04.2005 |
| Höhe: | 32 Meter |
| Länge: | 1000 Meter |
| Topspeed: | 70 km/h |
| Besonderes: | Synchronisiertes On-Board Soundsystem |
| Fahrtdauer: | 2:10 Minuten |
| Inversionen: | Sidewinder, Corkscrew, Tongue |
Die Renovationen außen an der Kanone, den Zügen und in der Warteschlange waren durchaus nötig und sind gut gelungen. Die Lichteffekte während der Fahrt sind beeindruckend und verfehlen ihre Wirkung nicht. Durch die Modernisierung vor allem der Musik ist leider das gesamte Jules Verne Thema verschwunden. Space Mountain ist nun eine durchthematisierte Dunkelachterbahn mit guten Effekten. Aber leider erzählt die Bahn keine Geschichte mehr.
Ein großes Manko ist der Fahrtkomfort. An den Schienen sind keine Veränderungen vorgenommen worden. Und vermutlich wurden bei den Fahrwerken der Züge nur die Räder ausgewechselt. Die Fahrt selbst ist leider noch immer sehr rau und unangenehm ruckelnd. Zusätzlich mussten wir erleben, dass in einigen Reihen der Züge die Musik während der Fahrt zu leise war oder gleich ganz ausfiel. Das trübt natürlich den Fahreindruck nachhaltig.
Durch die weitreichenden Umbauten im gesamten Discoveryland (Le Visionarium musste Buzz Lightyear weichen), wurde das gesamte Jules Verne Thema fallengelassen. Wir persönlich finden dies schade. Das Jules Verne Design und die ganzen viktorianisch angehauchten Science Fiction Geschichten waren doch das, was das Discoveryland in Paris von den Tomorrowlands in den anderen Disneyparks unterschieden und auch einzigartig gemacht hat.
| Weiterführende Links |
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