Griffon - Busch Gardens Williamsburg

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08/2008
Gesamtansicht

Station und First Drop von Griffon

In den Wäldern bei Williamsburg kann ein unvorbereiteter Reisender auf viele seltsame Wesen treffen, die dort Angst und Schrecken verbreiten. Das Loch Ness Monster, der große böse Wolf, ein Alpengeist, und was sich in den Mauern des Dark Kastle versteckt wagen wir hier gar nicht erst zu erwähnen. Seit 2007 hat sich noch ein weiteres dieser Fabelwesen in die tiefen Wäldern von Busch Gardens Europe verirrt und wartet auf wagemutige Abenteurer. Der Griffon, ein Wesen halb Löwe halb Adler, packt mit seinen großen Pranken die unvorsichtigen Besucher und schwingt sich daraufhin mit seinen gewaltigen Flügeln hoch in die Lüfte. Wer sich nach Sturzflügen und wilden Manövern aus den Klauen dieser Bestie befreien kann, sollte rennen, so schnell ihn seine zitternden Knie noch tragen. Denn ehe man sich versieht, ist man Griffon ein weiteres Mal ausgeliefert.

Griffon
First Drop

Kurz vor dem Sturzflug

Griffon wurde im Themenbereich Frankreich angesiedelt. Über eine breite Brücke gelangt man auf einen kleinen runden Platz, der als Ein- und Ausgang zur Attraktion dient. Von hier aus kann man sehr gut den First Drop bewundern, der unter der Brücke hindurch führt. Das breite Schienenprofil lässt die ohnehin schon beindruckenden Stahlkonstruktion noch gewaltiger erscheinen. Von einer Terrasse etwas weiter hinten, die auch schöne Sitzmöglichkeiten bietet, beobachten die Zuschauer den Wasser-Splashdown am Ende der Fahrt. Aber auch von zahlreichen anderen Stellen im Park kann man den wilden Flug des Griffon gut beobachten, denn trotz des großen Baumbestand bieten sich beim Flanieren entlang der Wege immer wieder tolle Sichtachsen auf die Bahn.

Das Stationsgebäude ist in einer recht schlichten Bauweise gehalten und fügt sich so unauffällig in die Häuserfronten des Themenbereichs ein. Das Griffon Logo ziert in Form eines Ritterwappen die Hausfassade. Das Innere des Bahnhofs ist nüchtern und eher zweckmäßig eingerichtet. Drei lange Metallgeländer trennen die Wartenden, die sich frühzeitig für eine der Reihen entscheiden müssen. Da jeweils zehn Personen in eine solche Reihe passen, geht es rasend schnell vorwärts und kurze Zeit später sitzen wir schon in einem der vielen Züge. Doch noch kann die Fahrt nicht losgehen. Mit einem leisen Zischen senkt sich der Boden unter uns ab und kippt dann nach außen weg. Zwischen unseren Füßen und der königsblauen Schiene sind nun nur noch gefühlte wenige Zentimeter Luft. Nun da die Beine frei baumelnd trällert der Ride-Operator sein obligatorisches "Enjoy your ride on Griffon" und das Stahlmonster setzt sich in Bewegung.

Griffon
Griffon
Griffon
Griffon
Immelmann

Einfahrt in den ersten Immelmann

Immelmann

Ausfahrt aus dem ersten Immelmann

Water-Splashdown

Flug über das Wasserbecken

Unser Zug verlässt mit 30 Passagieren beladen das Bahnhofsgebäude und rollt nach einer weitläufigen 180° Kurve leise auf den steilen Lifthill. Wir können hier kaum die Höhe erahnen die vor uns liegt, denn nichts als Himmel und Stahl ist beim Blick nach vorne zu sehen. Erst als der Zug am Ende des Lifthills wieder in eine weitere 180° Kurve entlassen wird, können wir die 62 Meter grob abschätzen, die es in wenigen Sekunden senkrecht nach unten gehen wird. In alle Himmelsrichtungen bietet sich eine quasi uneingeschränkte Aussicht bis zum Horizont. Der Zug rastet in eine Mitnehmerkette ein und schiebt sich soweit über den Abgrund, das die vorderste Reihe schon beinahe senkrecht in der Luft hängt. Wer in der ersten Reihe auf einem Platz am Rand des Zuges sitzt, genießt nun eine berauschende Aussicht in die Tiefe. Die mittleren Plätze sehen noch die Schiene vor sich verschwinden und sehr viel weiter unten wieder auftauchen. Einige Sekunden verharrt unser Zug in dieser Position, bevor wir endgültig der Schwerkraft übergeben werden. Im freien Fall rasen wir senkrecht nach unten bevor die Schiene langsam wieder in einen Bogen übergeht. Der Zug fliegt unter der Brücke hindurch, über die wir zuvor zum Bahnhof gelangt sind, und steigt dann wieder in einem halben Looping nach oben. Mit einer Linksdrehung und einem weiteren Sturzflug nach unten befreien wir uns aus der Kopfüberposition und gleiten anschließend in einem sanften Umschwung nach links wieder aufwärts. In der folgenden Blockbremse werden wir darauf fast zum stehen gebracht. Vor uns liegt nun der Rhein River, auf dem die Boote der gleichnamigen Bootstour des Parks umherschippern. Mit letzter Kraft rollt unser Zug in den zweiten, kleineren 90° Drop hinein. Abermals retten wir uns mit gleichem Flugmanöver, denn die Strecke zieht kurz oberhalb der Wasseroberfläche in einem halben Looping nach oben und dreht sich dann wieder raus. Nochmals rasen wir nach oben und schwenken leicht nach rechts, bevor der Zug abermals Schwung holt und sich auf das Wasserbecken nahe der Station stürzt. Er rast flach über das Wasser und lässt dabei eine gewaltige Fontäne hinter uns aufsteigen. Wir passieren eine letzte höhere Wendekurve, bevor die Strecke nochmals das Wasserbecken überfliegt und wir die Schlussbremse erreichen. Es bleibt nur ein kurzer Moment, um wieder Luft zu holen, bevor wir wieder in den Bahnhof einrollen und uns der Ride-Op mit einem "How was your ride?" per Lautsprecher begrüßt. Wir toben und klatschen und die Lautsprecherstimme bemerkt trocken: "You are the loudest train today!".

Griffon hat noch eine ältere Schwester. Bereits 2005 wurde in Busch Gardens Africa (Tampa, Florida) Sheikra eröffnet. Die Bahn hat ein ähnliches Layout, konnte aber zuerst nur mit normalen Sit-Down Zügen befahren werden. Mittlerweile wurden aber auch hier die Floorless Züge nachgerüstet.

Griffon
Griffon
Griffon
Griffon
Technische Daten
Hersteller:Bolliger & Mabillard
Monthey, Switzerland
Eröffnung:18.05.2007
Höhe:63 Meter
Länge:947 Meter
Topspeed:115 km/h
G-Kräfte:4 G
Besonderes:Zwei Sturzfahrten mit je 90°
Fahrtdauer:3 Minuten
Züge:3 Reihen mit je 10 Personen pro Reihe
First Drop

Mit der B&M Diving Machine scheint das Floorless-Konzept endlich ein sinnvolles Einsatzgebiet gefunden zu haben. Während bei den normalen viersitzigen Zügen nur die erste Reihe wirklich von der freien Sicht auf die Schiene profitierte, hat man bei den Diving Machine Zügen durch den großen Abstand der 10 Sitzplätze breiten Reihen auf jedem Platz freie Sicht nach unten. Auch das gegenüber Sheikra leicht veränderte Layout mit einer zweiten Inversion wertet die Bahn deutlich auf. Griffon stellt also nicht nur zahlreiche Rekorde in ihrer Kategorie auf, sondern überzeugt durch eine harmonische und trotzdem thrillige Fahrt. Eine Investition, die sich für den Park ohne Zweifel gelohnt hat. Griffon ist aber nicht nur Busch Garden Europes fünfte Achterbahn, sondern auch die fünfte ihrer Art, obwohl das Konzept der Diving Machine bereits 1998 in England Premiere feierte. Man kann nur hoffen, dass diese Kategorie Achterbahn in noch vielen Parks Einzug hält, denn selten liegt Nervenkitzel und Fahrspaß so dicht beieinander.





Text: Lifthill.net - ob | Fotos: Lifthill.net